* szenerien
     
 
  Feston *
[61] Kollektivschmuck
[62] Mem
[63] Zugriff
[64] Vitrine
[65] Vergessen
[66] Erinnern
[67] Bewahren
[68] Ergänzen
[69] Kontrolle

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  Kontrolle dessen, was erscheint
Wo Sammelbares derart ästhetisch verklärt in einer Fülle vorliegt, dass sich über die selbstgefällige Kategorisierung des Modischen oder Ästhetischen hinausgehend paradig- matische Zuordnungen installieren lassen, provoziert es sogleich Geschäftsmodelle der Kontrolle, die – ganz Trittbrettwirtschaft – auf der Welle der verknüpften Erscheinungen surfen, aufgrund der Redundanz der Elemente auch bei Störungen weitgehend ungestört.

Einmal aufgrund ihrer schieren Größe und Verbreitung in die Ebene der Deutungshoheiten respektive Paradigmen einge- treten, können Sammlungen durch das im Kreise führen sogenannter Diskurse hervorragend kontrolliert werden, "Diskussionen" kreiseln vornehmlich mittels Andeutungen durch die Masse der "Exponate", forciert von sogenannten Moderatoren, die nun nicht mehr für die Logik des Für und Wider zuständig sind, sondern für die Beschleunigung des Ablaufs bei der unterhaltsamen Verknüpfung der nur noch als ausgestellter Zierrat vorkommenden Argumente und die Haftung im Realen wird durch das Reale der unterbrech- ungsfreien Zirkulation ersetzt. Wer den Bus stoppen will, gefährdet das Ganze und schon das Zusteigen wird als Bedrohung interpretierbar. Kameras im (halb)öffentlichen Raum kontrollieren den als angemessen definierten Fahrtwind im Haar der Individuen.

 

Ob wir nun, was wir den Westen nennen, mit dem Feston der Freiheit (wissenschaftlich: dem Mem) oder mit dem Namen einer Pflanze, die in die zweite Natur unserer Fensterbrettkultur integriert ist, paradigmatisch benennen: Es erscheint unhinterfragt die Welt in aller Einschließlichkeit dessen, was uns vor die Augen kommt.