* szenerien
     
 
  Feston *
[61] Kollektivschmuck
[62] Mem
[63] Zugriff
[64] Vitrine
[65] Vergessen
[66] Erinnern
[67] Bewahren
[68] Ergänzen
[69] Kontrolle

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  Alles neu!
Ist erst mal eine Vitrine gefunden, um die Redundanz, den Überfluß des scheinbar bedeutungslos gewordenen, durch eifriges Festonieren umfassend zu gestalten, kann vom Muster der "kreativen Buchführung" gesprochen werden, die ungeachtet der Herkunft jedes irgendwie habhaft zu machende Element auf gewinnbringende Vernetzungs- fähigkeit hin überprüft, ähnlich den "Überleitungen am Klavier", wie es bis in die 1960er im Radio per Liveein- spielung zwischen den abgenudelten Schallplatten üblich war. So etabliert sich Redundanz als leidenschaftlich betriebene Differenz im Gleichen, eine referenzfreie Erinnerungskultur, die ab einem gewissen Aufkommen ganz neue Berufungen des Verzierens ermöglicht.

Kreativwirtschaft heißt nichts anderes als "Verzieren", ein Paradigma, das den Ausweg westlicher Überproduktion des Notwendigen aus der Absatzkrise in die Bahnen der Aus- legungen leitet und fast jeden Diskurs zu einem urwäldlich anmutenden Gestrüpp zu verdichten taugt, Sammlung der Klärungsversuche und diese zugleich verbergend, einem Tanz auf dem Gestern aus Freude und Angst gleichend, die zuallererst tanzen will. So betrachtet kann und will eine wortbildende Buchstabensammlung zum Feston nur selbst sich dieser Technik des Girlandenbindens bedienen, denn Feiern ist oberstes Gebot und keine Störung ist groß genug, sie nicht als Teil der Dekoration willkommen zu heißen, ja, sie gar einzufordern, wenn nötig mit Subventionen, die auch das letzte Erinnern noch zum Spektakel heldenhafter und tragischer Schicksale stilisieren, die unsere Gewöhnlichkeit mit Gänsehaut pur zu schmücken taugen. [ Seite 8 ]

 

Neulich und als Zwischenschnitt in einem Kriminal- filmchen im Vorabendprogramm aus Mainz.