* szenerien
     
 
  Feston *
[61] Kollektivschmuck
[62] Mem
[63] Zugriff
[64] Vitrine
[65] Vergessen
[66] Erinnern
[67] Bewahren
[68] Ergänzen
[69] Kontrolle

[print] [zurück]
  Aus dem Sinn
Einmal angelegt, ist sich so manche Ordnung selbst genug und findet, in ein sprödschön konzipiertes Sexappeal gekleidet, immer einen dankbaren Verwalter, dem der Rückzug auf das ästhetische Verschließen und die darin enthaltene Morbidität eine willkommene Heimat für's unwidersprochen verfügbare Erinnern ist, nicht zuletzt der Freiheit wegen, die sich in allem Abgelegten aufgrund der Interesselosigkeit Dritter bietet und die das Schrullige individueller Erfahrungsknäuel vor den allzu fordernden Blicken eines Publikums, das jede ästhetische Vorgehens- weise mit Kommentaren bedroht, abzuschirmen dienstbar gemacht werden kann – kurz: ins Vergessen zu rücken.

Die Zwangsvorstellungen des Vitrinierens gestalten sich nur für Außenstehende hermetisch, für den Akteur eröffnen sie einen Werkzeugkasten des freien Fabulierens, der jedwede Regung handgreiflich zu materialisieren gestattet, sich fast von selbst möbliert und ohne Strich und Komma jeder Verständigung abschwören kann, die über blanke Verwunderung hinaus will.

Als die ersten Blüten AXLs in klar vorhersagbarer Reihenfolge, nämlich in Umkehrung ihres Erblühens, von den Stengeln fallen, ruft dies zwar einen Reflex hervor, das Vertrocknete zumindest einzusammeln für eine eben solche archivarische Ordnung, um sie – Widerspruch der Müdigkeit in aller Begeisterung – ästhetisch vollends aufzulösen, doch erst ein nach komplettem Abwelken unversehens im Januar sich trotz nur noch vierzehntägiger Wasserzufuhr zeigender neuer Stengel bringt wieder Schwung in die Sache. [ Seite 7 ]

 

Das Vergessen, ein Verwaltungsakt?