* szenerien
     
 
  Feston *
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[67] Bewahren
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  Das Besondere im Gewöhnlichen
Im Zuge einer neulichen 250er-Bus Fahrtumleitung durch einen bis auf den Dorfkernrest abgewickelten südlichen Elbvorort der Metropole blendet mich blütenweiß ein Exemplar "Aphrodite XL" aus einem Backsteinhäuschen- fenster, dessen klassische Strebenteilung durch eine Komplettscheibe auf Kunststoffrahmenbasis ersetzt von wenig Willen oder Mitteln zu historischer Formkonser- vierung zeugt. Während der fußläufigen Bewältigung des Restwegs zum Zielgebiet identifiziert meine daraufhin sensibilisierte Neuronenanordnung zielsicher weitere, wenn auch lange nicht derart füllige Exemplare wie das unter meiner Betreuung stehende und gewährt mir einen zumindest im Millisekundenbereich aufflackernden Perspektivtrost im täglichen "Von-der-Hand-in-den-Mund"-Akademismus, der sich daraufhin sogleich selbst degradiert, sich kurz im Guerilla-Gardening-Defätismus verrennt und augenblicklich jede beliebige Ablenkung für eine Flucht ins Idyllenverteufelnde als rechtens akzeptiert: Übersättigung, oder wie der Vorgang auch zu beschreiben wäre: zerebrale Vollbeschäftigung im Netz des Informationsabgleichs unter Berücksichtigung aufmerksamkeitsrelevanter Provokations- koeffizienten. Wenn das Unbemerkte aus dem Schatten seines mainstream-Verstecks tritt, ist das Erstaunen nicht mehr zwischen Punkt und Komma zu zwingen und ich ändere meine Strategie zur Wahrung der herbeigewünschten Annahme einer Ausnahmebeziehung zwischen mir und der gepeppelten, botanischen Zuchtwirklichkeit. [ Seite 3 ]
 

An jeder Ecke: Persönliche Beziehungen zu einem Verkaufsschlager