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  urban mining *
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  Beruf mit Zukunft
Schrotthändler ist ein Beruf mit Zukunft - so titelt das ZEIT ONLINE Magazin im Oktober 2012 unter der Rubrik "Karriere". Nur ein halbes Jahr später hat sich dieser Karriereerfolg scheinbar schon wieder in Luft aufgelöst. Die Westdeutsche Zeitung schreibt am 26. Mai 2013 über eine Demonstration der Schrotthändler aus ganz Deutschland in Gladbach: "Es geht um unsere Existenz". Der Protest richtet sich gegen ein Gesetz, dass sie in ihrer Berufsausübung mehr als einschränkt. Durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz wird das Sammeln, Sortieren, Verwerten und Entsorgen von Schrott durch die Kommune geregelt, das Ordnungsamt hat jetzt die Hoheit über die Schrottberge. Städtische Entsorgungsunternehmen und Großkonzerne haben sich so ihre Pfründe gesichert und der traditionelle Schrotthändler gehört der Vergangenheit an.

Jetzt heißt es Urban Mining, der Beruf des Schrotthändlers mutiert zum Arbeitsfeld für Ingenieure, inklusive Feldforschungsprojekte. Die Stadt als Bergwerk der Zukunft. So lässt sich jeder Zentimeter eines Gebäudes oder einer Industriebrache auf den exakten Altmetallwert berechnen. Für das Ausschlachten werden sich dann schon billige Lohnkräfte finden.